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Die Hospizarbeit

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Die Definition des Hospizes!

Das Wort Hospiz wird vom lateinischen Wort „hospitum“ abgeleitet. Es steht für den Begriff „Herberge“ und ist die Bezeichnung für eine Einrichtung, wo unheilbar kranke Menschen in der letzten Phase ihres Lebens Begleitung und Versorgung erfahren. Zum Hospiz gehören die häufig meist kleinen stationären Einrichtungen, die Palliativstationen in Krankenhäusern sowie ambulante Hospizdienste.

Aufgenommen werden Betroffene, bei denen ein Aufenthalt im Krankenhaus nicht erforderlich ist und eine angemessene Betreuung zu Hause durch die Familie oder im Pflegeheim nicht möglich ist.

Mit dem Begriff Hospiz werden aber nicht nur formale Strukturen bezeichnet, sondern hinter der Hospizbewegung steht ein inhaltliches Konzept, mit weltweit einheitlichen Standards. Das Hospizkonzept richtet sich nach den Standards der „Palliative Care“. Hinter diesem Begriff steht das Konzept der ganzheitlichen Betreuung Sterbender und ihrer Familien. Das Ziel ist in allen Fällen, das Leben der Sterbenden bis zum Ende so erträglich und angenehm wie möglich zu machen.

Was ist die Idee hinter der Hospiz-Bewegung?

Johann-Christoph Student gilt als der Pionier der deutschen Hospiz-Bewegung. Er hat fünf inhaltliche Punkte vorgegeben, die Hospizangebote weltweit gemeinsam haben:

1. der Fokus liegt auf die Bedürfnisse der Sterbenden und deren Angehörigen
2. Betreuung durch interdisziplinäre Teams (Ärzte, Pflegefachkräfte, Seelsorger, Sozialarbeiter etc.)
3. Ehrenamtliche Hospizarbeit für alltägliche Aufgaben (kochen, einkaufen etc.)
4. Schmerzlinderung zur Steigerung der Lebensqualität statt kurative Medizin zur Steigerung der Lebensqualität.
5. Rundum-Fürsorge mit Trauerbegleitung für Hinterbliebene

Die Sterbenden entscheiden im Hospiz, wie sie ihre letzte Lebensphase gestalten wollen. Der Fokus liegt hierbei nicht nur auf dem kranken Menschen, sondern auch auf seine Angehörigen. Die Betreuung findet durch ein interdisziplinäres Team statt, das aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten, möglichst auf alle Bedürfnisse in der Sterbebegleitung eingehen kann.

Ein wichtiger Baustein der Hospizarbeit ist die Arbeit der Ehrenamtlichen. Hier sind die Aufgaben weit gesteckt. Sie kaufen ein, kochen und beschäftigen sich mit den Bewohnern des Hospizes. Sie sorgen für ein Stück Alltag im Leben der Sterbenden.
Auch die Palliativmedizin ist ein wichtiger Aspekt in der Hospizarbeit. Wichtig ist zu begreifen, dass es in einem Hospiz nicht vorrangig um Heilung geht, sondern um Schmerzlinderung. Letztendlich dreht sich hier alles um die Verbesserung der Lebensqualität.

Der fünfte Punkt der Hospizarbeit nach Johann-Christoph Student ist die ständige Erreichbarkeit. Sie steht für die umfassende Betreuung des Patienten. Auch die Betreuung der Angehörigen nach dem Eintreten des Todesfalls im Sinne von Trauerarbeit ist ein Teil der ganzheitlichen Hospizarbeit.

Was ist Palliativmedizin?

Die Hospizarbeit steht in enger Verbindung zu den Inhalten der „Palliative Care“. Der Begriff „Palliative Care“ steht für ein Behandlungskonzept, dass eine ganzheitliche Betreuung schwerkranker Menschen und ihrer Familien vorsieht. Die Palliative Care beinhaltet eine medizinische, psychologische und soziale Fürsorge sowie emotionale und spirituelle Unterstützung.
Bei der Palliativmedizin geht es im Gegensatz zur kurativen Medizin nicht um die Heilung und um die Verlängerung der Lebenszeit, sondern um die Linderung der Symptome und vor allem der Schmerzen. Die Palliativmedizin hilft den Sterbenden dabei, ihr Leben so aktiv wie möglich zu gestalten.

Die Finanzierung der Hospizarbeit!

Hospize und Hospizarbeit gibt es nicht zum Nulltarif. Aber wie finanzieren sich die Leistungen? Die Krankenkassen bezuschussen die stationäre oder teilstationäre Hospizversorgung zu 95 Prozent. Dies wurde sogar im Sozialgesetzbuch (SGB) verankert. Die noch fehlenden 5 Prozent werden in der Regel durch Spenden finanziert.
Der ambulante Hospizdienst wird von fachlich geschulten ehrenamtlichen Helfern geleistet und wird ebenfalls von den Krankenkassen unterstützt. Für die Betroffenen sind die Hospizangebote seit einigen Jahren kostenfrei.

Wir schauen auf die Geschichte der Hospizarbeit!

Die Geschichte der Hospizarbeit reicht zurück bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1842 wurde erstmals eine Einrichtung gegründet, die sich um die Pflege Sterbender kümmerte.
Die moderne Arbeit der Hospizarbeit lässt sich auf die 1960er Jahre zurückführen. 1967 gründete die englische Ärztin, Krankenschwester und Sozialarbeiterin Cicely Saunders in London das St. Christopher´s Hospice. Die Schmerztherapie wurde hier eine tragende Säule des modernen Konzeptes. Cicely Saunders war es auch, die einige Jahre später die Grundlagen für den ambulanten Hospizdienst entwickelte. Sie hatte bemerkt, dass viele Sterbende lieber in ihrem eigenen Zuhause die letzte Phase ihres Lebens verbringen möchten. Frau Elisabeth Kübler-Ross, Sterbeforscherin aus Zürich, war es schließlich, die schließlich zur weltweiten Verbreitung des Hospizgedankens die Grundlagen legte.

1983 wurde dann die erste stationäre Palliativstation in einem deutschen Krankenhaus – im Universitätsklinikum Köln – eröffnet. Das erste stationäre Hospiz Deutschlands entstand 1986 in Aachen. Weitere Hospize und Einrichtungen folgten und auch weitere Interessegruppen und ehrenamtliche Vereine folgten.

Kinderhospiz

In einem Kinderhospiz findet die Betreuung sterbenskranker Kinder, Jugendlicher, junger Erwachsener und ihrer Angehörigen statt. In Deutschland wurde das erste Kinderhospiz 1998 in Olpe eröffnet.
Bei der Kinderhospizarbeit geht es um die umfassende Behandlung aller Betroffenen auf psychischer, physischer und sozialer Ebene. Nach der Definition der World Health Organisation (WHO) beginnt die Palliative Care von Kindern bereits nach Feststellung der Diagnose. Besonders wichtig ist hier die Betreuung der Familie auch nach dem Tod des Kindes. Ziel ist es durch die Hospizarbeit den betroffenen Eltern ein Stück Belastung abzunehmen und kleine Freiräume zu schaffen. Auch die gemeinsame Zeit mit dem Kind kann anders gestaltet werden, wenn die Palliativversorgung gewährleistet ist.

 


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